Einen bedeutenden Beitrag zur Präventionsarbeit leistete der Weimarer Kultur-Express an der Erich Kästner-Schule Maintal. Für die Jahrgänge 7 und 8 führte das Ensemble das eindrucksvolle Präsenztheaterstück „Mobbing – Wenn Ausgrenzung einsam macht“ auf. Organisiert wurde die Veranstaltung von Schulsozialarbeiter Denis Gado, unterstützt von der Stufenleiterin der Jahrgänge 7 und 8, Meryem Yesilova, die beide großen Wert darauf legen, Mobbing frühzeitig entgegenzuwirken und Schülerinnen und Schüler für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.

Im Mittelpunkt des Stücks steht der Beginn eines neuen Schuljahres. Zwei Klassen werden zusammengelegt. Laura, die Jahrgangsbeste, und Franzi, beliebte Klassensprecherin und Jahrgangszweite, sitzen nebeneinander. Was zunächst nach einer idealen Sitznachbarschaft aussieht, entwickelt sich schon bald zu einem Albtraum.

„Mobbing – Wenn Ausgrenzung einsam macht“ erzählt rasant und fesselnd die Geschichte der schleichenden Entstehung von Ausgrenzung, Beschämung und ständiger Schikanierung. Das Stück wirft zentrale Fragen auf: Warum werden Menschen zu Opfern? Was bringt andere dazu, jemanden gezielt fertigzumachen? Wie reagieren Außenstehende in solchen Situationen? Wie kann man sich als betroffene Person wehren? Und welche Rolle spielt Cybermobbing, das längst ein Teil des schulischen Alltags geworden ist?

Besonders bedeutsam waren die emotionalen Momente, in denen die Auswirkungen der Ausgrenzung sichtbar wurden. Viele Schülerinnen und Schüler erkannten Situationen wieder, die sie aus ihrem eigenen Schulalltag kennen – sei es als Beobachter, Mitwirkende oder Betroffene. Die Aufführung regte spürbar zum Nachdenken an und machte deutlich, wie wichtig ein respektvolles und achtsames Miteinander ist.

Im anschließenden Austausch zwischen Ensemble und Klassen entstand ein offener Raum für Fragen, Reflexionen und persönliche Gedanken. Es wurde darüber gesprochen, wie Mobbing früh erkannt werden kann, welche Verantwortung jede und jeder Einzelne trägt und welche Möglichkeiten es gibt, Betroffene zu unterstützen oder selbst Hilfe zu holen. Der Dialog zeigte, wie groß das Interesse der Schülerinnen und Schüler daran ist, Konflikte besser zu verstehen und sich aktiv gegen Ausgrenzung einzusetzen.

Denis Gado hob hervor, dass solche Theaterprojekte eine einzigartige Chance bieten, die Jugendlichen emotional zu erreichen: „Theater kann Dinge sichtbar machen, die im Alltag oft übersehen werden. Es berührt, rüttelt auf und öffnet wichtige Gespräche.“ Auch Meryem Yesilova betonte die Bedeutung präventiver Arbeit und lobte die starke Wirkung des Stücks auf die Schülerinnen und Schüler.

Die Aufführung war ein wertvoller Impuls, der noch lange nachwirken dürfte und den Blick für ein respektvolles Miteinander an der Schule nachhaltig schärft.

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